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Liebe Leserinnen und Leser,

die Zahl der Menschen steigt, die Angst haben sich mit Corona zu infizieren oder andere zu infizieren, besonders in den Altenheimen, hört man doch wie schnell die Sterberate dort steigt, wenn die Krankheit im Haus kursiert. Aber auch bei alten Menschen zuhause und ihren Angehörigen, bei immungeschwächten Menschen und bei Menschen, die im Verkauf, oder in systemrelevanten Berufen, weiterhin viele Kontakte mit Menschen haben. Aber auch die Angst um die wirtschaftliche Existenz nimmt zu, je länger die Einschränkungen umso schwieriger wird es sie zu überbrücken. Der Staat hilft, wie lang wird es reichen?
Und selbst wenn es wieder grünes Licht gibt, wie lang wird es dauern bis sich Normalität einstellt, die Firmen wieder genug Aufträge haben, die Lieferketten funktionieren, Menschen wieder in Restaurants, Kino, Theater, Konzerte gehen?
Und besonders auch die Frage, was verändert diese Zeit grundsätzlich an Arbeitsmethoden, Konsumverhalten, Nähe und Distanz von Menschen, religiösen Formen. Die Digitalisierung schreitet im 7 Meilen Schritten in den Schulen und Unis voran. Videokonferenzen boomen und stellen sich als eigentlich unkompliziert und praktisch heraus, auch für Menschen wie mich, die damit eher fremdeln. Die Kirche ist in den Sozialen Medien vertreten wie nie zuvor. Werden wir uns in Zukunft noch die Handgeben zur Begrüßung, uns Umarmen?

Diese Pandemie löst nicht nur Angst vor der Ansteckung aus, Angst vor hohen Zahlen an Sterbenden sondern auch Angst vor der Zukunft, den Veränderungen, die wir erahnen, aber noch nicht fassen können.

Heute ist Palmsonntag, Jesus zog auf einer Eselin in Jerusalem ein wird in der Bibel erzählt, dem Ort wo er ein paar Tage später sterben wird, wo das jubelnde „Hosianna“ des Volkes ein paar Tage später in ein „Kreuzigt ihn“ umschlägt. Sein Tod liegt in der Luft und auch die Angst. Jesus ist kein angstloser Mensch. Er hat Angst vor dem, was ihm bevorsteht. Im Garten Gethsemane betet er, dass Gott den Kelch des Leides an ihm vorübergehen lasse möge und am Kreuz drückt sich seine Verlassenheit und Angst in den Worten des Psalm 22 aus „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“.

Seine Angst hat zuvor jemand wahrgenommen, eine Frau unbekannten Namens, die in das Hause des Simons kam, wo er zu Tisch saß. Es war noch nicht das letzte Abendmahl. „.. da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt“. Während die, die mit ihm am Tisch saßen, sich über die Verschwendung aufregten, die Verschwendung solch teures Öl einfach auf dem Haupt Jesu auszugießen, statt es zu verkaufen und das Geld den Armen zu geben, und die Frau anfuhren, zeigte Jesus ganz deutlich, wie gut diese Salbung, diese Tat der Frau ihm getan hat. „Lasst sie. Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“

Die Zuwendung dieser Frau, die ihm persönlich galt, ihm in seiner Angst galt, die seinem schweren Weg galt, erahnend-wissend, hat ihm gut getan, seelisch, geistig und körperlich. In unserer Angst gesehen zu werden, nicht allein zu sein, stärkt uns, die kleinen Gesten des Wahrnehmens unsere Angst sind Balsam für unsere Seele. „Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis“ sagt Jesus zu denen, die es nicht sahen. Er konnte es aussprechen, vor was er sich fürchtete. Nehmen wir uns ernst, nehmen wir andere ernst mit Ihren Ängsten besonders in einer solch bedrohlichen und ungewissen Zeit und sparen nicht mit Zuwendung.

Doch da ist noch mehr. Salbung ist ein Segenszeichen. Ein Zeichen für die Gegenwart Gottes. Gott wendet sich mir zu, Gott wird für mich zur Kraft, zum Heil zur Freude in angstvollen Zeiten und ermächtigt zum Leben. Auch wenn sich das Gefürchtete bestätigt, darf ich darauf vertrauen, dass neues daraus erwachsen wird. Die Salbung ist ein Zeichen für ein neues Leben, für Auferstehung mitten im Leben und ins ewige Leben. Weltweit praktizieren Christinnen und Christen die Salbung als Segenszeichen. Sie fühlen sich dadurch mit ihrer ganzen Person, mit Geist, Seele und Leib angesprochen und spüren die Nähe und Zuwendung Gottes. – sowie Jesus durch die Salbung der unbekannten Frau. Es verwundert nicht, dass er sagte: Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Amen

Bleiben Sie wohlbehütet und gesund

Ihre Pfarrerin Sabine Kazmeier-Liermann

Einladung:
Im Gottesdienst heute, hätte ich wohlriechendes Öl mitgebracht, und eingeladen sich gegenseitig zu salben. Nehmen Sie zu Hause ein wohlriechendes Öl oder eine Salbe und zeichnen sich damit gegenseitig ein Kreuz auf die Stirn oder in die Hand mit den Worten: Gott spricht: Fürchte dich nicht. Gott sei mit dir, segne und behüte dich. Und wenn Sie alleine leben, dann machen Sie es ebenfalls, zeichnen sich das Kreuz auf die Stirn oder in die Hand und sprechen: Gott spricht: Fürchte dich nicht. Gott sei mit mir, segne und behüte mich.

Bibeltext zur Andacht:

(Markus 14, 1-9)

Der Plan der Hohenpriester und der Schriftgelehrten
14 1 Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. 2 Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.
Die Salbung in Betanien
3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Geduld ist für den Geist das Schwerste. Es ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt.
Alle Natur, alles Wachstum, aller Frieden, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen.

Hermann Hesse

Ev. KG RöthenbachEs ist nicht alles abgesagt
Es ist nicht alles abgesagt
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