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Liebe Leserinnen und Leser,

pralle Pfingstrosen in Weiß, Rosa oder Rot blühen in den Gärten und schmücken jedes Jahr zu Pfingsten den Altar, auch dieses Jahr, da wir wieder Gottesdienst feiern können anders als an Ostern. Pfingsten das fast vergessene Fest im Kirchenjahr. Es hat sich nicht so eingeprägt wie Weihnachten oder Ostern, es hat sich keine Geschenke - und Kartenkultur „Gruß zu Pfingsten“ entwickelt. Mit Geburtstag der Kirche wird dieser Feiertag gern erklärt, weil der Heilige Geist über die Jüngerinnen und Jünger kam, die Trauer um Jesus sich wandelte in Umkehr ins Leben und sie Mut fassten, die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes in die Welt zu tragen, auch wenn Jesus nicht mehr unter ihnen weilte und sie nur wenige waren. Jesus hat den Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist versprochen als er im Johannesevangelium seinen Abschied ankündigte, er nannte ihn „Tröster“. „Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden…. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.“ Joh 16,5ff Still und nachdenkliche Worte, vom „Kommen und Gehen“ oder besser vom „Gehen und Kommen“? Denn hier geht ja erstmal einer und verweist auf das, was kommt. Und das ist ja auch unsere Erfahrung: erst wenn etwas zu Ende gegangen ist, wenn etwas vorbei ist, ist Platz für das Neue. Dann ist es als ob einer aufsteht und das Fenster öffnet. Und ein leichter Wind strömt ins Zimmer und bringt frische Luft mit und das tut jetzt gut. Diese frische Luft, dieser leichte Wind, das offene Fenster. Und das Licht. Und jetzt wird es anders weitergehen. Auch wenn so viel gewesen ist. Wir verabschieden das, was nicht bleiben kann und lassen gehen, was gehen will und gehen muss. Und das Neue weht herein.

Wir müssen uns nicht wie die Jüngerinnen und Jünger von Jesus verabschieden. Die haben mit ihm gelebt und die mussten verkraften, dass er nicht mehr da ist. Doch auch wir müssen uns in unserem Leben immer wieder auf Abschiede einstellen und Sie haben sicherlich viele erlebt. Und wir sind nicht die ersten, die uns fragen, wie es weitergeht und was jetzt kommen wird. Wir sind nicht die ersten, denen bange wird angesichts einer unsicheren Zukunft, in privater als auch in gesellschaftlicher Hinsicht: die Folgen der Pandemie auf die Bildung der Kinder, die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen, die sich verändernder Weltordnung, die Erderwärmung…. Der Ausblick, den Jesus seinen Jüngern durch das offene Fenster seines Abschieds zeigt, ist erstmal nur ein Name: Der Tröster. Der Geist der Wahrheit. Aber dieser Name ist mit Jesus auf Engste verbunden. Es ist nicht irgendein Geist, der zu uns kommt und weht, wo er will. Der Geist der Wahrheit und des Trostes ist kein anderer als sein Geist. Der Geist, den er von Gott seinem Vater empfangen hat, der Geist in dem Jesus selbst gelebt und gewirkt hat, der ihn selber geführt und geleitet hat auf seinem Weg durch diese Welt und ihre Abgründe.

Die Geisteskraft Gottes hat eine lange Geschichte. Sie beginnt, als alles begann, als der Geist Gottes noch über den Wassern schwebte und alles wüst, chaotisch war und leer: Der Geist Gottes und seine schöpferische Kraft.

Die Propheten, die beseelt und gesandt von diesem Geist hingewiesen haben auf das, was schiefläuft und ungerecht ist: der Geist Gottes und seine warnende Kraft. Die Menschen, die sich haben inspirieren lassen, über all die Jahrhunderte, die Mystikerinnen, Franz von Assisi, Martin Luther, Johannes Wichern: Der Geist Gottes und seine erneuernde Kraft.

Am geöffneten Fenster sagt uns Jesus darum auch das: der, der kommen wird, war schon da. Die heilige Geisteskraft kommt und geht. Sie geht und kommt. Sie wird auch in Zukunft wehen, wo sie will, aber sie bleibt. Und da ist sie ganz verlässlich, die Heilige Geistkraft Gottes.

Da können wir nur die Fenster weit aufmachen und die Hände ausbreiten und unsere Herzen und Sinne öffnen… Pfingsten sind wir Empfangende.

Gott segne und behüte sie
Mit herzlichen Pfingstgrüßen
Sabine Kazmeier-Liermann

Ev. KG RöthenbachEs ist nicht alles abgesagt
Es ist nicht alles abgesagt

Lesung zu Pfingsten:

(Apostelgeschichte 2,1-21)

Das Pfingstwunder
2 1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. 2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, 4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.
5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. 7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? 8 Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? 9 Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, 10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, 11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.
12 Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? 13 Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Die Pfingstpredigt des Petrus
14 Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! 15 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; 16 sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist (Joel 3,1-5):
17 »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18 und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. 19 Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; 20 die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. 21 Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Ein Stück Himmel im Herzen wünsche ich dir,
lichtblau und sonnenweit,
wo all deine Sorge wie ein Fesselballon
in luftige Heiterkeit steigt.

Ich wünsche dir Träume, Zugvögel gleich,
die dir Flügel geben und Kraft,
und dass dir Zeichen der Hoffnung aufgehen,
so leuchtend wie Sterne bei Nacht.

Dass der Segen des Himmels dich umgibt
Und dein Herz mit den Wolken reist,
und dass du dich, was auch immer geschieht,
beschützt und behütet weißt.

Judith Sixel

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